Der Cellist von Sarajevo

Warum sitzt ein Mann, mittem im Krieg, auf offener Straße und spielt Cello? Steven Galloway erzählt die Geschichte des Cellisten von Sarajevo, der 22 Tage lang zur selben Uhrzeit das selbe Lied spielte und damit auf seltsame Art und Weise die Menschen berührte.

Manchmal fallen mir Bücher nur wegen ihrer Titel ins Auge. Dieses Buch ist so ein Exemplar. “Der Cellist von Sarajevo“, das hatte irgendwie einen besonderen Klang. Ich nahm also das Buch aus dem Regal und laß die kurze Zusammenfassung.

In Sarajevo warten, nachdem es nach Tagen endlich wieder Brot gibt, 22 Menschen in einer Schlange einer Bäckerei. Sie alle werden von einer Granate getötet. Der Cellist sitzt zu dieser Zeit am Fenster und beobachtet diese Menschen. Er wird Zeuge des Massakers und endschließt sich, jeden Tag, für jeden getöteten Menschen, ein ganz besonderes Lied zu spielen.

Für mich klang das interessant, obwohl ich mich fragte, wie man ein ganzes Buch lang das Interesse des Lesers aufrecht halten will, wenn man immer nur darüber schreibt, wie ein Cellist Musik macht. Da hatte ich wohl ein wenig engstirnig gedacht.

Der Cellist taucht stets nur am Rande auf. Galloway beschreibt kurze Augenblicke des Lebens in Sarajevo während des Krieges. Dazu begleitet er vier Personen, die alle eines gemeinsam haben, sie wollen diese schlimme Zeit irgendwie überstehen. Er springt für Momente in das Geschehen in Sarajevo und nimmt für ein paar Minuten teil an den Gedanken und Gefühlen der Personen, bis er zur nächsten springt. Und spätestens am Ende des Buches (dem letzten Spieltag des Cellisten), haben alle den Weg des Cellisten gekreuzt und dem Leser Einblick in das Leben während des Krieges gegeben.

Ein traurig-schönes Buch und ein Kaufbefehl meinerseits.

Und weil ich natürlich neugierig war, habe ich auch nach dem Lied geschaut, was der Cellist stets spielte, hier ist es:

Ein Kommentar

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30.06.2010 17:51 maurice

Kleine Buchkritik, Der Cellist von Sarajevo: http://bit.ly/aakqgi